Upcycling im Wohnmobil: Ideen für nachhaltige DIY-Projekte

Upcycling im Wohnmobil. Vieles, was auf den ersten Blick nach Müll aussieht, kann noch vielfältig weiterverwendet werden. Aus verschiedenen Materialien lassen sich die unterschiedlichsten DIY-Projekte umsetzen.

Upcycling ist nachhaltig, kostet wenig bis nichts und fördert die Kreativität. Es verbraucht im Gegensatz zu DIY-Ideen aus dem Bastelladen keine Ressorucen – im Gegenteil: Es verlängert die Lebenszeit bereits vorhandener Materialien und reduziert damit Müll.

Auf Reisen bietet es sich das Selbermachen besonders an. Im Ausland weiß man oft nicht, wo man bestimmte Dinge bekommen kann und auch Bastelgeschäfte sind schwieriger zu finden. Gleichzeitig sind wir viel unterwegs und finden immer wieder mal Müll am Straßenrand oder – leider – in der Natur, der upgecycelt werden kann. So lässt sich ein Clean-Up mit einem schönen DIY-Projekt verbinden.

Upcycling-Materialien fürs Wohnmobil

Alte und aussortierte Kleidung

Aussortierte Kleidung lässt sich weiterverwenden

Seit unserer Reise tragen wir unsere Kleidung auf. Das bedeutet, dass wir jedes Teil so lange tragen, bis es kaputt und unreparierbar ist. Verkaufen oder Spenden sind deswegen keine Optionen. Aber zum Wegwerfen sind sie auch zu schade. Zum Glück lässt sich noch einiges daraus machen:

Nähen

Seit kurzem bin ich stolze Besitzerin einer Nähmaschine. Aber auch davor hat es mich nicht aufgehalten, alte Stoffe in Nützliches zu verwandeln – sofern zumindest Teile davon noch schön aussehen. Ich habe bereits Beutel, Bauchtaschen und Kissenbezüge von Hand genäht. Das braucht zwar etwas Geduld und wird vielleicht nicht perfekt, aber die Ergebnisse haben mich trotzdem jedes Mal glücklich gemacht.

T-Shirt-Garn

Jersey-Stoffe wie T-Shirts oder Bettlaken lassen sich wunderbar in T-Shirt-Garn verwandeln. Dafür den Stoff einfach spiralförmig aufschneiden, sodass ein langes, ca. 2 – 3 cm breites Garn entsteht. Wenn man es spannt und dann wieder loslässt, rollt es sich zusammen und lässt sich toll weiterverarbeiten. Ich nutze es für Makramee, zum Häkeln und Weben. So vermeide ich, neues Garn zu kaufen, das vor allem in Bio-Qualität nur schwer in Geschäften zu finden ist.

Das praktische an T-Shirt-Garn ist, dass der Stoff nicht makellos sein muss. Kleine Flecken oder Löcher fallen spätestens am Endprodukt nicht mehr auf.

Putzlappen

Stoffe, die überhaupt nicht mehr schön sind, sind immer noch gut genug als Putzlappen. Da wir immer wieder was am Auto putzen und reparieren, benötigen wir davon ständig Nachschub. Alte Stoffe aus unterschiedlichen Materialien eignen sich sehr gut dafür. „Upcycling“ ist hier vielleicht das falsche Wort, aber die Materialien werden trotzdem noch weiterverwendet.

Holzreste

Ich denke, man sieht unserem Wohnmobil an, dass Holz unser Lieblingsmaterial ist. Und das Beste: Es gibt so viel davon! Damit meine ich nicht, dass wir Bäume fällen, sondern dass das Material wortwörtlich auf der Straße liegt. In ganz Europa finden wir Sperrmüll mit teilweise komplett unbeschädigten Holzmöbeln. Aber auch Latten und Bretter gibt es dort, die wir gerne mitnehmen und weiterverarbeiten. Besonders gerne sammeln wir Schubladen ein, da sich diese wunderbar als Aufbewahrungsbehälter eignen. Wer mal darauf achtet, wird sich wundern, wie viele Schubladen in der Gegend rumliegen 🙂

In unserer Werkzeugkiste befinden sich ein paar Utensilien zur Holzbearbeitung. Ganz wichtig sind für uns eine Säge, ein Schnitzmesser und Schleifpapier.

Bauschutt

Wie oft waren wir schon mitten in der schönsten Natur unterwegs und haben dort Bauschutt gefunden? Defintiv zu oft und ich verstehe immer noch nicht, wie man auf die Idee kommt, mitten in die Pampa zu fahren, um dort seinen Sondermüll zu entsorgen.

So schade dieser Zustand ist, wir können ihn aber nutzen, um einerseits ein bisschen aufzuräumen und andererseits mit den Materialien ein schönes Upcycling-Projekt umzusetzen.

Verpackungen

Wir versuchen immer, unseren Verpackungsmüll so gering wie möglich zu halten. Aber leider ist es unterwegs nicht immer möglich, unverpackt einzukaufen. Zum Glück gibt es fast überall in Europa zugängliche Recyclingtonnen, sodass wir Verpackungsmaterialien zurück in den Kreislauf bringen können. Aber Plastikschalen, Kartons, Dosen und Co. lassen sich auch wunderbar zu verschiedenen Dingen upcyceln.

Tipps zum Unverpackt-Einkaufen findest du hier:

Upcycling-Projekte in unserem Wohnmobil

Wir haben eigentlich immer ein aktuelles Projekt, an dem wir basteln. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Upcycling. Hier möchte ich euch mal eine kleine Auswahl vorstellen.

DIY-Schuhregal aus T-Shirt-Garn

Upcycling Schuhregal
Alte Kleidung wird zum Schuhregal

Okay, „Regal“ ist vielleicht übertrieben. Es ist eher eine Schuh-Tasche, die an der Wand befestigt ist. Zur Schuhaufbewahrung hatten wir bereits ein Gummi an ein Brett gespannt, in das wir zwei Paar Schuhe klemmen konnten. Der Platz hatte uns aber nicht gereicht und wir brauchten eine zusätzliche Aufbewahrungsmöglichkeit

Ich habe dafür T-Shirt-Garn in drei Farben benutzt und außerdem ein dünneres Garn aus Kunststoff, das ich noch von einem hängenden DIY-Schuhregal aus unserer Wohnung übrig hatte und das ich auch bereits für unser Campingstuhl-Projekt verwendet hatte.

Ich kann leider nicht sagen, wie die Technik heißt, mit der ich das Garn geknotet habe, da ich einfach ein bisschen ausprobiert habe. Es ist der Makramee-Rippenknoten, aber nicht quer sondern längs geknotet. Die Technik eignet sich auch für Körbe, kleine Teppiche oder Übertöpfe. Wenn du mehr dazu wissen möchtest, kannst du mir gerne auf Instagram eine Nachricht schreiben.

Aus dem T-Shirt-Garn habe ich ein Rechteck geknotet, das ich dann auf dem ehemaligen Boden einer Schublade befestigt und an die Wand geschraubt habe. Dort finden jetzt zwei weitere Paar Schuhe ihren Platz.

Upcycling-Idee zum Kresse pflanzen im Wohnmobil

Upcycling im Wohnmobil
Kresse wächst im Wohnmobil in alten Verpackungen

Kresse wächst am besten in niedrigen Schalen. Anstatt extra ein Gefäß zu kaufen, kann an dafür auch die Schalen benutzen, in denen zum Beispiel Pilze oder anderes Obst und Gemüse verkauft werden. Ich habe den Rand ein bisschen kürzer geschnitten, ein bisschen Erde eingefüllt und die Kressesamen ausgesäht. Der Kresse scheint es gut zu gehen.

Extra-Tipp: Hast du noch einen abgelaufenen Erste-Hilfe-Kasten? Kresse wächst auch auf Verbandsmaterial.

Fliesen aus dem Müll retten

In Portugal fanden wir am Strand einen Haufen Schutt. Mittendrin lagen unzählige dieser hübschen blauen Fliesen, die man in Portugal überall sieht. Da sie so klein sind, waren die meisten nicht zerbrochen, sondern noch in einem makellosen Zustand. Natürlich konnten wir sie nicht liegenlassen und haben so viele mitgenommen wie wir tragen konnten. Im Nachhinein bereuen wir etwas, das wir nicht nochmal mit einer größeren Tasche vorbeigegangen sind, um noch mehr einzusammeln.

Die Fliesen haben wir mit Scheibenkleber, den wir noch übrig hatten, in unserer Küche verklebt. Für die Fugen haben wir im Baumarkt eine Tube Fugen-Auffrischer gekauft. Das war für die kleine Fläche genau die richtige Menge.

Arbeitsplatte aus gefundenen Schrankböden selber machen

Arbeitsplatte im Wohnmobil aus alten Schrankböden

Unser bester Fund bisher war ein riesiger Haufen Sperrmüll auf einer kleinen Landstraße in Portugal. Dort waren Tische, Bettgestelle, Stühle und Schränke ordentlich aufeinandergestapelt. Alles war in einem relativ guten Zustand und alles war Vollholz

Wir haben unter anderem drei Schrankböden mitgenommen, da diese bereits ungefähr die Größe unserer Küchenarbeitsplatte hatten. Die Arbeitsplatte in unserem Wohnmobil besteht aus drei Teilen. Ein Teil ist fest montiert, die anderen beiden Teile lassen sich hochklappen, da sich darunter der Herd und die Spüle befinden.

Die Bretter haben wir in der Werkstatt meines Vaters mit der Kreissäge zusägen können. Bei der Arbeitsplatte ist es immerhin wichtig, dass diese einigermaßen gerade ist und mit unserer Handsäge hätten wir das nicht hinbekommen. Danach haben wir die Bretter mit einem Arbeitsplattenöl behandelt. Dadurch kam die Struktur richtig gut zur Geltung und die Farbe wurde etwas dunkler.

Wir nutzen die neue Upcycling-Arbeitsplatte jetzt seit über einem Jahr und sind wirklich überrascht, wie viel sie aushält. An ein paar Stellen könnten wir mal nachölen, aber die Bretter vom Straßenrand werden uns definitiv noch lange Freude machen.

Bauchtasche aus Stoffresten nähen

Upcycling im Wohnmobil: Bauchtasche von Hand nähen aus Stoffresten
Bauchtasche von Hand nähen aus Stoffresten

Ich habe noch nie Stoff gekauft und benutze für Nähprojekte immer alte Kleidung, In diesem Fall hatte ich ein Stück schwarzen Leinenstoff von einem Kleid übrig, das ich gekürzt hatte. Außerdem hatte ich ein altes Tuch, das seit Jahren auf seine Weiterverwendung wartete. Das Band war von einem alten Seesack, den wir lange Zeit als Wäschesack genutzt hatten. Nur den Reißverschluss musste ich neu kaufen.

Nachdem ich den Dreh raushatte, ging das Von-Hand-Nähen schneller als gedacht. Es war natürlich auch nur eine kleine Tasche. Statt Stecknadeln habe ich den Stoff mit Wäscheklammern fixiert.

Ich habe mich an dieser Anleitung orientiert: Bauchtasche nähen

Selbstgemachte Übertöpfe aus Upcycling-Materialien

DIY Übertopf für Pflanzen im Wohnmobil
Upcycling Blumentopf aus einer Plastikverpackung und Garn

Ich habe bereits in meinem Artikel über Pflanzen im Wohnmobil ein paar Ideen für selbstgemachte Übertöpfe gezeigt. Vor allem kleine Übertöpfe lassen sich ganz einfach und schnell aus bereits vorhandenen Materialien upcyceln.

Als Übertopf eignen sich Dosen, Gläser, Tetrapaks und Kunststoffbehälter wunderbar. Wichtig ist natürlich bei allen Gefäßen, dass sie dicht sind. Wem das Design nicht gefällt, kann den Übertopf auch verstecken. Er kann zum Beispiel mit (T-Shirt-) Garn umwickelt werden oder in einen selbstgenähten Beutel gesetzt werden.

Extra-Tipp: Kräuter werden in Supermärkten oft in kleinen Töpfen verkauft. Diese lassen sich super weiterverwenden, zum Beispiel um eigene Kräuter darin zu pflanzen.

Reisefundstücke im Wohnmobil upcyceln und weiterverwenden

Natürlich macht es mir in erster Linie Spaß, neue Dinge zu gestalten und das Wohnmobil immer wieder ein bisschen zu verändern. Aber indem ich Fundstücke von unserer Reise im Wohnmobil weiterverwende, schaffe ich mir auch eine schöne Erinnerung an die Orte, die wir besucht haben. Das ist meine Art von Souvenirs.

Upcycling schärft den Blick für den Straßenrand. Wir entdecken ständig vielversprechende Materialien, bleiben dann kurz stehen und gucken. Wenn es sich nicht eignet, nehmen wir es bis zur nächsten Mülltonne mit. So verbinden wir das Schöne mit dem Nützlichen.

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