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Trockentrenntoilette im Camper

Wenn wir uns mit anderen Campern unterhalten, braucht es meistens keine fünf Minuten, bis wir bei dem einem Thema angekommen sind: Wie macht ihr das eigentlich mit der Toilette? Es freut uns total zu sehen, dass viele andere Reisende unsere Meinung teilen und die Trockentrenntoilette als sinnvollste Lösung betrachten.

Wir finden, dass die „Toilettenproblematik“ ein unglaublich wichtiges Thema ist, das auch bei stationär hausenden Menschen viel häufiger angesprochen werden sollte! Unsere Gesellschaft setzt sich immer stärker damit auseinander, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie sie produziert werden und wie man sich maximal lecker und gesund zubereiten kann. Das ist super, aber wir möchten gerne in Kreisläufen denken: Was passiert mit den Lebensmitteln, nachdem sie durch unseren Körper gewandert sind? Denn auch wenn die Lebensmittel bio und fair angebaut wurden: Wenn wir uns von der Erde etwas nehmen, müssen wir es ihr auch zurückgeben. Dass das Thema noch nicht überall angekommen ist, beweist nicht zuletzt der Zustand vieler Übernachtungsplätze. Viele Camper, aber sicher auch Wanderer und Strandbesucher, hinterlassen Klopapier, Feuchttücher und Fäkalien in den Büschen.

Das perfekte Klo für unterwegs

Für uns stand von Beginn an fest: In unser Wohnmobil kommt eine ordentliche Toilette. Wir mussten nicht lange recherchieren, bis unsere Wahl auf eine Trockentrenntoilette fiel. Dabei haben wir folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Wasser sparen: Die Toilette in unserer alten Wohnung hat pro Spülgang mit unglaublich viel Wasser gespült. Unterwegs ist es nicht nur nachhaltig, sondern auch praktisch, wenn wir unser Wasser nicht so oft auffüllen müssen. Es sollte also eine möglichst wassersparende Toilette werden.
  • Ohne Chemie: Es gibt zwar auch biologische Zusatzstoffe, die man in die Chemietoilette kippen kann, aber auch „grüne Chemie“ ist immer noch Chemie, auf die wir lieber verzichten wollten.
  • Einfach zu entleeren: Wir hatten schon ein paar Mal mitangesehen, wie die Kassetten von Chemietoiletten entleert werden. Auf diese spritzige Angelegenheit wollten wir gerne verzichten.
  • Keine Geruchsbildung: Egal ob mit oder ohne Chemie: Eine Chemietoilette scheint immer etwas zu muffeln. Geht das nicht auch anders?

Warum kein Klo keine Lösung ist

Die Klappspaten-Variante war für uns übrigens keine Option. Wir hatten das in unserem letzten Schweden-Roadtrip (damals noch ohne Wohnmobil) getestet und für einen kurzen Urlaub ist geht das auch klar. Aber langfristig konnten wir uns das nicht vorstellen. Zum einen ist es wirklich unkomfortabel und zum anderen kann es das ökologische Gleichgewicht der Umgebung ganz schön durcheinanderbringen, wenn wir unsere Ausscheidungen dort vergraben. Sie enthalten Stoffe, die nicht dorthin gehören, sie können Rückstände von Chemikalien enthalten, mit denen unser Essen behandelt wurde, und Tiere könnten es ausbuddeln und fressen.

Wie eine Trockentrenntoilette funktioniert

Eine Trockentrenntoilette erfüllt ausnahmslos alle unsere Kriterien. Auch nach einem Jahr Nutzung können wir uns noch keine bessere Lösung vorstellen. Da das Flüssige durch den Einsatz abgefangen und in einen Kanister geleitet wird und das Feste direkt in einen Eimer plumpst, benötigt die Toilette keine Spülung. Den Einsatz reinigen wir nur ab und zu mit etwas Essigwasser.

Die Toilette funktioniert komplett ohne Chemie und durch die Trennung von Fest und Flüssig entsteht auch nicht dieser fiese Gestank, den Chemietoiletten entwickeln. Wenn es nach ein paar Tagen ein bisschen riecht, transportiert der eingebaute Lüfter die schlechte Luft direkt nach draußen.

Trockentrenntoilette: In der Versorgungsklappe ist ein Lüfter eingebaut

Auch die Entleerung ist sehr einfach. Wir machen das ungefähr einmal die Woche und haben die Rollen für Fest und Flüssig fest verteilt. Den Kanister entnehmen wir von außen über die Versorgungsklappe und kippen den Inhalt in die Schwarzwasserklappe an einer Versorgungsstation. Aus dem Eimer nehmen wir einfach die Tüte, knoten sie zusammen und werfen sie in die nächste Restmülltonne. Dabei ist man natürlich etwas näher am Geschehen dran als bei einer Wassertoilette, es ist aber eine ziemlich saubere Sache und gar nicht eklig.

Apropos sauber: Eine Klobürste brauchen wir für das Trockentrennklo nicht. Der Einsatz kommt ja nur mit dem Urin in Berührung. Den Trichter spülen wir ab und zu mit etwas Essigwasser aus, ansonsten braucht die Toilette keine Pflege.

Einbau einer Trockentrenntoilette

Der Einbau einer Trockentrenntoilette ist nicht schwierig. Im Grunde haben wir nur ein Loch in ein Brett gesägt, in das wir den Einsatz gelegt haben, diesen an einen Kanister angeschlossen und einen Eimer untergestellt. Da wir die Toilette durch die davor verbaute Chemietoilette ersetzen wollten, war der Platz dafür relativ eng bemessen. Es bedurfte ein bisschen Grübeln und Ausprobieren bis wir eine Anordnung von Kanister und Eimer gefunden hatten, bei der beides noch leicht zu entnehmen war, der Urin gut abfließen konnte und trotzdem beim Draufsitzen die Beine nicht in der Luft baumelten.

Trockentrenntoilette: Eine Klobrille auf einem Holzbrett in einem Camper-Bad. Darunter sind ein Eimer und ein Kanister zu sehen,
Für den Einbau der neuem Toilette musste wir ein paar Kleinigkeiten anpassen

Nachteile einer Trockentrenntoilette

Obwohl die Trockentrenntoilette für uns aktuell die beste Lösung ist, sehen wir zwei entscheidende Nachteile:

  1. Die Ausscheidungen werden der Erde nicht zurückgegeben. Wir haben in unserem Camper nicht die Möglichkeit, das Feste zu kompostieren oder das Flüssige zu verdünnen, um damit unseren Garten zu düngen.
  2. Wir hängen in den Eimer eine Plastiktüte, die danach mit ihrem Inhalt in der Restmülltonne landet. Während wir vor der Reise schon jahrelang überhaupt keine Mülltüten mehr gekauft hatten, verbrauchen wir jetzt also ungefähr vier Stück pro Monat. Wir benutzen keine Tüten aus Bioplastik, da wir unterwegs keinen Zugriff auf Biotonnen oder Komposte haben. Bioplastik ist wohl auch in Kompostieranlagen nur schwer zu verarbeiten und benötigt bei der Herstellung viel Energie. Da unsere Tüten sowieso im Restmüll landen müssen, kaufen wir wenn möglich Tüten aus recyceltem Plastik.

Trotz dieser beiden Punkte überwiegen für uns deutlich die Vorteile sowie der Mangel an besseren Alternativen. Für uns fühlt es sich richtig an und wir haben die Abläufe gut in unseren Alltag integriert.

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